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Neugierige Engelchen? – Curious angels?

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Vor ein paar Tagen hatte ich durch den Blick nach oben eine echt beruhigende Erkenntnis: Auch Gott hat seinen Laden da oben nicht immer 100% im Griff. Da hat doch ein neugieriger kleiner Engel ein Loch in die Wolkendecke gebohrt und etwas Licht für uns durchgelassen, das ist doch nett und sehr beruhigend, oder?

Some days ago, I had a very comforting finding while looking up to the sky: God does not always have his business up there 100% under control as well. A curious little angel made a hole in the dense blanket of clouds and let some light for us through, this is so nice and very comforting, don’t you think?

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Zwitscherchorrauschen- morgensonnengruß

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Ich bin Frühaufsteherin. Und ich liebe diese Momente. Sie gehören mir allein. Alle schlafen noch. Es ist leise. Draußen ist der Tag noch frisch und sauber. Es ist hellblaugrau und dunkelmoosgrün und kühl und still.

Dann geht die Sonne auf. Von Osten kommt das zarte Morgenorange und die Vögel beginnen mit dem Zwitscherchorrauschenmorgensonnengruß. La beauté du jour.

 

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Freuen für Freunde – be happy for your friends – allez, les bleus

Tja, ich hatte den festen Vorsatz, das  Wort „Fußball“ (ich habe es innerlich immer F-Wort genannt) im Blog nicht zu verwenden, aber meine Familie ist im Fußballfieber, das geht nicht spurlos an mir vorbei. Und sogar ich habe mitbekommen, daß Frankreich gestern beim Fußball gewonnen hat. Die Kinder sind traurig, wenn Deutschland verliert. Als Trost konnte ich ihnen heute morgen mit reinem Gewissen sagen, daß es für mich kaum einen Unterschied macht, ob wir nun weiterhin Frankreich oder Deutschland oder … anfeuern.

Und das ist schon eine Errungenschaft. Wenn man bedenkt, daß die Uroma meiner Kinder während des zweiten Weltkriegs auf ihrem Bauernhof/Gastwirtschaft noch Zwangsarbeiter zugeteilt bekommen hatte. Alle eigenen Männer waren ja weg. Sie und ihre „Franzosen“ haben sich so respektvoll und blendend verstanden und gegenseitig geholfen, daß bis zu ihrem Tod viele Jahrzehnte später eine große gegenseitige Freundschaft mit vielen Besuchen und Briefen auf beiden Seiten bestand und die Familien der Kinder bis heute noch Kontakt halten. Gemeinsam im Krieg das gute Geschirr in einem Korb unter einem Baum im Garten vergraben, kurz bevor die Befreier einfallen, verbindet wohl fürs Leben. Aber auch ein Stück weit eine „Leben und Leben lassen“ Einstellung, denn Unterschiede sind nun mal da und wollen auch gelebt werden. So wurde es mir als Kind immer erzählt.

Das Verhältnis unserer beiden Länder ist schon ein Wunder bei der Geschichte, die wir hinter uns haben. Zwei große Kriege („Weltkrieg“ weiß ich nicht, die Welt ist ja heute etwas größer als damals) – und heute sind wir eine mitteleuropäische Freundschafts-Wohngemeinschaft, die sicherlich auch den Brexit gut – ich sag jetzt nicht locker – wegstecken wird. Ich will mit euch jetzt nicht mit meinem Lebenslauf bequatschen, aber ingesamt würde ich sagen, habe ich summiert mit Austausch, Urlauben, Sommerunis, Au-pair bei einer französisch-jüdischen Familie und Studium etwa 2-3 Jahre in Frankreich verbracht und damit nicht mehr wirklich das Gefühl, dass es sich dabei um „Ausland“ handelt, eher eine dritte Heimat. Und wenn wir das geschafft haben mit dem Frieden, wieso sollte es dann bei allen anderen nicht auch möglich sein?

Wir sollten unseren Freunden, Nachbarn und Brüdern (und Schwestern) das Gute gönnen und freuen uns mit Ihnen. So ein Sommermärchen wünsche ich jedem und dann feiern wir eben friedlich zusammen. Und so werde ich das meinen Kindern auch vorleben und beibringen. Selbst wenn das naiv scheinen mag. Ich denke, anders wird es nie Frieden geben. Denn wenn ich mir anschaue, wie viele derzeit ihr Kind „Frieda“, „Friederike“, „Friedrich“ usw. nennen, glaube ich, daß es vor allem Frieden ist, den wir uns für uns und unsere Kinder wünschen.

Oder um es mit einer kleinen Metapher aus meiner Küchenphilosophie zu formulieren: Patchwork ist das Gegenteil von Terrorismus und Krieg. Wir setzen geduldig und mit Feingefühl viele kleine verschiedene teilweise kaputte oder alte und gebrauchte Stücke zu einem wunderschönen neuen großen Ganzen zusammen. In diesem Sinne „Allez, les bleus!“.

Well, actually I was firmly resolved not mention the word „football“ in this blog (I secretely thought about it as the F-word), but my whole family has gone football crazy and this does influence me, of course, as well. And even I have heard that France won the match yesterday. The kids are sad when the German team loses. This morning, I could comfort them by telling them with a clear conscience that for me it does hardly make a difference whether we continue to cheer for Germany or France or…

And that is quite an achievement. If you take into consideration that my kids‘ great grandmother was assigned and was forced to take on her farm and restaurant forced laborers from France during the second world war. All her own men had to leave and gone to war. She and her „French“ treated each other with mutual respect and got along very brilliantly and helped each other as good as they could during that very difficult time. Their friendship grew and survived many decades until her death and longer. Their families have met each other often in France and Germany and have written each other numerous letters, sent gifts and even now the kids still write to each other regularly. To help each other to burrow a basket with the good tableware into the earth under a tree in the garden before the liberators invade the region seems to unite for the whole life. But as well a „live and let the other live, too“ attitude because of course there are differences and these want to be lived out by each side. So I was told as I was a kid.

The relationship of  our two countries today seems like a wonder considering our history. Two big wars (I am not sure about the expression world war as the world today is somehow larger then it was back then.) – and today we have a Central Euopean friendship and flat share and a friendship which will surely well – I do not say easily – cope with the brexit. I do not want to mention in detail my CV now, but all in all I would say with school exchanges, stays, holidays, summer universities, au-pair in a French-Jewish family and studies, I spent about two or three years in France. With that I do not have the feeling that France is „foreign“ any more, rather a third home. And if we have suceeded with this peace project why should it not be possible with all the others as well?

We should grant our friends, neighbours and brothers (and sisters) good things and be happy for them. I wish a „Summer’s Fairy Tale“ to everyone and then we just have the peaceful party together. And this is what will be exemplied to my kids by me and what I want to teach my kids. Even if this seems to be naive. Otherwise, I think there will be no peace possible with all the conflicts we have at the moment worldwide. Because when I hear how many people here give their kids now names like „Frieda“ („peace“), „Friederike“ („country of peace“), „Friedrich“ („rich/full of peace“), etc., I believe that it is primarily peace we want for us and our kids.

Or to phrase it with an image of my kitchen philosophy: to sew quilts is quite the contrary of terrorism and war. We put together patiently and with sensitiveness many small different, partly broken or old and used pieces and put them together to a wonderful new large entity. In this spirit „Allez, les bleus!“.

[Das ist auch was für den Freutag.]