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Mir ist langweilig – I am bored

Gestern war ich mit der Familie in der Stadt. Und es ergaben sich für mich zufällig ganze 20 Minuten freie Zeit allein. Was mache ich jetzt damit? Urlaub in einem Teil meines alten Lebens! Das heißt, ich gehe durch die Läden und bummele und schau mir zum Beispiel die neueste Mode und Trends an, so wie man das mal früher am Samstag in der Stadt stundenlang machen konnte. Und das Ergebnis war – gähnende Langeweile. Die Modetrends in den Läden lassen sich jährlich wiederkehrend auf etwa 7 Punkte zusammenfassen. Findet sich übrigens so auch in den meisten Frauen-Zeitschriften wieder:

Frühling/Sommer im allgemeinen:

  • hautfarben/nude
  • blumiges
  • Marine-Look
  • Jeans
  • knallige Farben, rot, blau, gelb (totaaaal individuell, jedes Jahr aufs neue)
  • gold/silber/metall
  • schwarz-weiß
  • irgendeine Trendfarbe, die wir anziehen sollen, die muß natürlich wechseln, sonst kann man nichts neues verkaufen

Herbst/Winter dieses Jahr:

  • Herbstfarben
  • orange/weinrot/jägergrün
  • die Farben des Jahres 2016: hellblau und rosa
  • Stoffe mit kleinen Tieren drauf, wie Kinderstoffe (infantil könnte man leicht gefärbt sagen, wenn man schlechte Laune hat, was soll der erwachsenen Frau damit suggeriert werden?)
  • beige
  • Strick
  • Glitzer
  • und Teils die Punkte aus Frühling/Sommer (außer Blumen)
  • ach ja, „goldocker“ und „giftiges grün“ dieses Jahr

Und das soll man dann jedes Jahr aufs neue kaufen? Ich weiß nicht, für wie doof mich die Produzenten halten. Ich verfüge immer noch über ein sehr gut funktionierendes Langzeitgedächtnis. Wollen die mir echt erzählen, ich könnte mich jedes Jahr mit der Mode individuell rundumerneuern? Und pro Teil dann mindestens 50 Euro mit einer Stoffqualität, die nach höchstens 7mal waschen meist den Geist aufgibt. Das sind ja Margen von 80%. Bei meiner Größe brauche ich außerdem Longgrößen, d.h. die Standardteile sind eh nach einmal waschen zu kurz, bauchfrei ist ja Gott sei Dank out. Genauso finde ich übrigens den Kaufhof Kinderspielzeugstandard langweilig und überteuert. Herr, schmeiß Hirn vom Himmel, wir brauchen von diesem Angebot etwa 1% und dafür mehr Nachhaltigkeit, gerechtere Verteilung und Individualität.

20 Minuten reichten dafür völlig aus. Das Fazit: Lieber ein Teil selber nähen, das richtig passt und vorher mindestens einmal kurz innehalten und nachdenken. „Achtsamkeit“ ist schließlich das neue Wort des Jahres 2017. Dieses Jahr ist schon für „Frieden“ reserviert.

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