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Kinderhose selbst nähen

Hello again! Irgendwie höre ich zur Zeit zuviel Känguruh. Diese Woche habe ich mich an Jersey Stoff gewagt. Ich habe bisher nur mit Baumwolle genäht. Nachdem ich einen einfachen Jersey-Loop genäht habe, dachte ich, es ist Zeit für eine richtige Hose. Weil eigentlich war da ja mal der Vorsatz, für die Kinder alles selbst zu nähen. Zuallererst musste ich herausfinden, wie man herausfindet, was eine Jersey-Nähmaschinennadel ist. Jetzt weiß ich es aber dank diesem Link, der viel erklärt, was Nähnadeln angeht: http://naehfabrik.forumprofi.de/richtiges-werkzeug-f226/n%C3%84hen-lernen-abc-der-naehmaschinenadeln-t1961.html

Die abgerundete Nadel war schnell gefunden zwischen den  ganzen anderen spitzen Nadeln im Nähheft und an der Nähmaschine muß man nur die kleine Schraube über der Nadel öffnen, Nadel vorsichtig nach unten rausziehen und die Jersey-Nadel vorsichtig reinlegen und die Schraube wieder gut zudrehen.

Das Schnittmuster habe ich von Ottobre genommen. Die Zeitung mag ich, weil ich seit einem finnisch Intensivkurs Finnland sympatisch finde und weil die Anleitungen auch für Anfänger mit etwas Recherche nachvollziehbar sind. Nähgrundkenntnisse an der Nähmaschine sollte man allerdings schon dafür haben. Ich fand das ganze etwas verwirrend am Anfang, da ich vorher noch nie mit Schnitt gearbeitet habe, aber es ist ein in sich schlüssiges System, wenn man sich ein bißchen reingegrübelt hat. Es geht natürlich auch jeder andere Schnitt.IMG_0129Blendend vorbereitet und langfristig planend wie ich manchmal bin, hatte ich kein passendes Papier für die Schnittkopie da. Aber ich habe Backpapier aneinander geklebt und die Transparenz reicht einigermaßen aus. Dann mit einem dicken Filzstift den Schnitt nachzeichnen auf das Backpapier. Da der Schnitt nur bis Größe 92 ging und ich 98 brauchte, habe ich die Beine um etwa 3cm verlängert. Die Hose ist eh eine bequeme Schlabberhose, so dass ein bißchen Luft vorhanden ist an den Beinen und am Bund. Dann faltet man den Stoff und der entstehende Falz ist der sogenannte „Stoffbruch“. Er ist auch auf dem Schnitt gekennzeichnet. Darauf legt man die Schnittkopie und zeichnet nach. Ich habe das mit dem besagten Filzstift gemacht, man müsste vielleicht spezielle Schneiderkreide nehmen, aber es ging auch so. Rundherum steht in der Anleitung sollte man 1cm „Nahtzugabe“ lassen. Das ist das Stück, das später durch den Abstand des Nähfußes wieder verloren geht. IMG_0131IMG_0132Dann gehts ans Ausschneiden. Ich habe mich zuerst gewundert, wieso die beiden Teile verschieden groß sind, das ist aber Absicht und erklärt sich im weiteren Verlauf. Das sind die beiden Teile, auf dem Foto entspricht oben hinten und unten ist das Vorderteil der Hose. IMG_0133Seeeeehr wichtig als Nähanfänger sind auch stärkende Pausen zwischendurch :). In meinem Fall mit viel fair gehandeltem Biokaffee von dem man keine Kopfschmerzen bekommt und vieeeeel Obst.IMG_0134Als nächstes näht man auf der Rückseite eine kleine Falte ein. Diese ist im Schnittmuster eingezeichnet. Hatte ich erst gemerkt, als ich die Anleitung las. Tja, man sieht nur, was man weiß. Den kleinen Knick faltet man, dann sollte man heften und nähen. Da ich aber nicht so viel Zeit hatte, habe mit ich drei Nadeln abgesteckt und direkt genäht, dann muß man allerdings aufpassen, erstens daß man sich nicht in die Finger sticht mit den Stecknadeln und zweitens, daß man vorsichtig über die Nadeln näht, daß die Maschine nicht irgendwo hängenbleibt. Besser ist schon heften.IMG_0136Die Falte sieht dann von vorn so aus: IMG_0139Bei der nächsten Hose weiß ich dann auch, dass die Falte eigentlich nach unten gefaltet gehört, dann steht da links seitlich nicht so ein kleiner Fetzen ab. Ich habe ihn für diesmal vorsichtig abgeschnitten, da die Teile danach zusammengenäht werden müssen. Wenn man beide Falten genäht hat, sieht die Hosenrückseite so aus:IMG_0138Danach legt man die Hosenteile mit der rechten Seite aufeinander und näht sie zusammen. Ich habe eine ganz normale Pfaff-Nähmaschine, also keine Overlock oder so. Die hat aber zum Glück wie die meisten Nähmaschinen einen Stich, der einem Overlockstich in etwa entspricht und mit dem man Jersey gut nähen kann. Diesen habe ich über diese tolle Erklärungsseite gefunden: http://www.smilla-berlin.de/blog/naehtipps/jerseystoffe-mit-der-naehmaschine-verarbeiten. Er nennt sich „geschlossener Overlockstich“. Damit näht man dann erst einmal die äußeren Ränder der Hose auf links zusammen. Das sieht dann so aus:

IMG_0140Danach näht man unten an den Beinenden den Saum. Dafür klappt man den Stoff ihn auf links um etwa 1cm oder wie auf dem Schnitt markiert und näht an beiden Beinen den Saum. Vorher kann man ihn umbügeln. Dann sieht die Hose folgendermaßen aus: IMG_0143Und wenn man die Hosenbeine zusammenklappt, sieht es so aus:IMG_0142Jetzt näht man noch die Innenbeinnaht:IMG_0144Die Nahtzugabe kann man noch flach steppen, wenn man möchte. Ich habe es nicht gemacht, da sie nicht stört.

Der Hosenbund war eigentlich das kniffligste an der Hose. Ich kenne Tunnelzug nähen so, daß man eine Sicherheitsnadel durch ein Gummiband sticht und schließt und dann durchziehen durch den Tunnelzug und zusammennähen und die Öffnung mit der Hand zunähen. Die finnische Variante wird direkt auf das Gummiband genäht, was ich ausprobiert habe, mit dem Ergebnis, das ich die erste Version komplett wieder auftrennen musste.

Der zweite Versuch hat ganz gut geklappt: Man misst das Gummiband für das Kind passend ab und näht daraus einen Ring. Dann markiert man jedes Viertel des Rings. Die Bundkante wird nach der Markierung auf dem Schnitt auf links umgeklappt gebügelt und die Mitte des Bundes vorn und hinten markiert. Dann steckt man mit Stecknadeln das Gummiband an der Hose und den Markierungen fest, so daß die vordere, seitliche, hintere und seitliche Markierung bzw. Naht mit den Vierteln des Gummibandes übereinstimmt. Die Oberkante des Gummibandes legt man an den oberen Rand des Bundes und heftet an den Markierungen.

Dann faltet man das Ganze auf links und näht an der Gummibandunterkante entlang auf links. Man muß versuchen so gut es geht, das Gummiband beim Nähen vor und hinter dem Nähmaschinenfuß so zu dehnen, daß sich eine in etwa gleiche Dehnung ergibt, denn später sind das die leichten Falten des Stoffes um den Bund. Et voilà!

[der Blogpost ist auch hier verlinkt]

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